Harter Brexit – harte Konsequenzen für den Handel

18. January 2017
Mag. Franz Obermayr

Brexit Konsequenzen - Franz OBERMAYRFreiheitliches Mitglied des IMCO (Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz) besorgt über Auswirkungen des britischen Sonderwegs

Wien (OTS) – Großbritannien will nach den Worten von Premierministerin May nicht mehr länger Teil des Binnenmarktes der EU sein. „Diese Klarstellung zieht weitreichende Konsequenzen nach sich“, erklärte MEP Mag. Franz Obermayr. Nun gebe es verschiedene Möglichkeiten, wie mit Großbritannien aus EU-Sicht zu verfahren sei. „Die Europäische Union wird nun über ein Freihandelsabkommen mit Großbritannien verhandeln, das ist eine sehr wahrscheinliche Option“, so Obermayr weiter. Sollte der Abschluss dieses Abkommens aber nicht fertig sein, wenn der Brexit rechtskräftig wird, dann würde Großbritannien unter den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) als normaler Drittstaat behandelt. Die Zölle für britische Waren bei der Einfuhr in die EU würden dann rund 2,6 Prozent betragen. „Für Großbritannien wohl ein worst-case-Szenario, immerhin ist die EU der größte Handelspartner Großbritanniens“, sagte Obermayr.

Aber auch die EU wird sich Lösungen einfallen lassen müssen, wie sie den Ausfall kompensieren kann, erinnert Obermayr: „Die Briten sind – oder vielmehr waren – Nettozahler: Mit einem negativen Haushaltssaldo von 11,5 Milliarden Euro im Jahr 2015 liegen sie hinter Deutschland auf dem zweiten Platz der Rangliste.“

So empfehle eine Expertengruppe um den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti die Einhebung einer neuen EU-weiten Steuer, um das EU-Budget zu stützen. Für Obermayr ein völliger Irrweg: „Die EU muss eindeutig ihren bürokratischen Dschungel durchforsten und nicht für weitere Belastungen sorgen.“ So wären viele der EU-weiten Agenturen einzusparen, die letztlich den Brüsseler Zentralismus einzementierten, anstatt echten Mehrwert für die Bürger zu schaffen.

Quelle: OTS