Unfaires Bashing einer Waffenschmiede

5. Dezember 2017
Mag. Franz Obermayr

Zollunion Türkei - Franz OBERMAYREins vorweg: Experten sind sich einig, dass Pistolen der Marke Glock zu den besten Faustfeuerwaffen der Welt gehören. Deshalb sind sie auch die Standard-Bewaffnung bei zahlreichen Polizei- und Armeeeinheiten. Beispielsweise vertrauen elf US-amerikanische Behörden, darunter das FBI, auf „die Glock“.

Durch ihre große Verbreitung ist es unvermeidlich, dass Glock-Pistolen manchmal aber auch in falsche Hände gelangen. In ihrer Doku „Weapon of choice“ portraitieren die beiden Filmmacher Fritz Ofner und Eva Hausberger die Pistolen aus Österreich deshalb als Lieblingswaffen von Gangstern und IS-Mördern – und werfen dem Waffenhersteller aus Deutsch-Wagram indirekt Mitschuld an deren Verbrechen vor.

Ungeheuerliche Nazi-Vergleiche
Ein Interview-Partner vergleicht angebliches Wegschauen der Österreicher bei Exporten von Glock-Produkten gar mit dem Wegschauen bei Verbrachen des Nazi-Regimes. Davon abgesehen, dass diese Behauptung ungeheuerlich ist, zeigt die Doku auch den einseitigen Zugang der „Kultur-Schaffenden“ zum Thema: Waffen werden ausschließlich als Tötungswerkzeuge wahrgenommen, niemals aber als (äußerstes) Mittel zum Schutz Unschuldiger. Diese Ansicht lässt sich deshalb so bequem verbreiten, weil man jedes blutüberströmte Schusswaffenopfer zu einer eindrucksvollen Anklage gegen die Waffenhersteller stilisieren kann.

Sensationslust statt reflektierter Wahrnehmung
Der Nutzen, den Waffen stiften können, erzeugt hingegen keine dramatischen Bilder. Zu sehen gibt es da nämlich Menschen, die ihre relativ friedlichen Leben in der Sicherheit funktionierender Staaten verbringen. Und die, wie Ofner und Hausberger nur allzu gerne vergessen,  ihre Sicherheit zuverlässigen Polizisten, Anti-Terror-Spezialisten und Militäreinheiten verdanken, die perfekt ausgebildet sind. Und bestens bewaffnet. Auch mit Pistolen aus dem Hause Glock.

Quelle: derStandard.at